Vom Reiten toter Pferde

Vom Reiten toter Pferde
15. Oktober 2017

Den Dakota‐Indianern wird folgendes Zitat nachge­sagt:

Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab und gehe zu Fuss.”

India­ner­weis­heit, oder einfach nur Gag?

Klar ist, bei vielen Projekten, die man objektiv betrachtet als geschei­tert ansehen müsste, wird vom Steering Committee, der Projekt­lei­tung oder im Projekt­team so getan, als ob es noch zu retten wäre.
Niemand will in den sauren Apfel beissen und den Entschei­dungs­trä­gern reinen Wein einschenken.

Statt das sprich­wört­liche Pferd als tot – und somit das Projekt als geschei­tert zu erklären, wird mit vielen kreativen Mitteln versucht, das Projekt am Leben zu erhalten.

Unten stehende Liste mit Müster­chen aus dem Projektalltag hält uns auf ironi­sche Weise einen Spiegel vor’s Gesicht.

  • Man besorgt sich eine stärkere Peitsche. – Denn nur motivierte tote Pferde sind gute tote Pferde.

  • Man gründet einen weiteren Arbeits­kreis, um das Pferd zu analy­sieren. – Wenn man erstmal verstanden hat, auf welche Weise das Pferd tot ist, wird man geeig­nete Mittel entwi­ckeln können, um es zum Aufstehen zu bewegen.

  • Man prüft, wie andern­firms tote Pferde denn so geritten werden. – Weg vom Tunnel­blick und Betriebs­blind­heit hin zu Weitsicht und koope­ra­tivem Learning hilft, dem toten Pferd auf andere, konstruk­tive Weise zu begegnen.

  • Man erstellt quali­täts­ge­si­cherte Anlei­tungen, wie man tote Pferde bestmög­lich reitet. – Ganz nach dem Motto: “It’s not a bug, it’s a feature!”.

  • Man bezieht externe Spezia­listen in der Beurtei­lung toter Pferde ein. – Wenn es der Spezia­list XY nicht schafft, das tote Pferd zu reiten – na ist es dann ein Wunder, wenn es uns selber auch nicht gelingt?

  • Man schirrt zusätz­liche Pferde vor den Projekt­karren. – Wenn das tote Pferd vom vielen Ziehen schon ermattet ist, helfen sicher zusätz­liche Pferde, die man dazuge­sellen könnte.

  • Man bestellt eine zusätz­liche Studie. – Gibt es allen­falls bessere oder günsti­gere tote Pferde, die man statt dessen reiten könnte?

Auch schon mal absteigen müssen?

Vom Reiten toter Pferde

Vom Reiten toter Pferde
15. Oktober 2017

Den Dakota‐Indianern wird folgendes Zitat nachge­sagt:

Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab und gehe zu Fuss.”

India­ner­weis­heit, oder einfach nur Gag?

Klar ist, bei vielen Projekten, die man objektiv betrachtet als geschei­tert ansehen müsste, wird vom Steering Committee, der Projekt­lei­tung oder im Projekt­team so getan, als ob es noch zu retten wäre. Niemand will in den sauren Apfel beissen und den Entschei­dungs­trä­gern reinen Wein einschenken. Statt dessen wird mit vielen Mitteln versucht, das Projekt am Leben zu erhalten.

Unten stehende Liste hält uns auf ironi­sche Weise einen Spiegel vor’s Gesicht.

  • Man besorgt sich eine stärkere Peitsche. – Denn nur motivierte tote Pferde sind gute tote Pferde.

  • Man gründet einen weiteren Arbeits­kreis, um das Pferd zu analy­sieren. – Wenn man erstmal verstanden hat, auf welche Weise das Pferd tot ist, wird man geeig­nete Mittel entwi­ckeln können, um es zum Aufstehen zu bewegen.

  • Man prüft, wie andern­firms tote Pferde denn so geritten werden. – Weg vom Tunnel­blick und Betriebs­blind­heit hin zu Weitsicht und koope­ra­tivem Learning hilft, dem toten Pferd auf andere, konstruk­tive Weise zu begegnen.

  • Man erstellt quali­täts­ge­si­cherte Anlei­tungen, wie man tote Pferde bestmög­lich reitet. – Ganz nach dem Motto: “It’s not a bug, it’s a feature!”.

  • Man bezieht externe Spezia­listen in der Beurtei­lung toter Pferde ein. – Wenn es der Spezia­list XY nicht schafft, das tote Pferd zu reiten – na ist es dann ein Wunder, wenn es uns selber auch nicht gelingt?

  • Man schirrt zusätz­liche Pferde vor den Projekt­karren. – Wenn das tote Pferd vom vielen Ziehen schon ermattet ist, helfen sicher zusätz­liche Pferde, die man dazuge­sellen könnte.

  • Man bestellt eine zusätz­liche Studie. – Gibt es allen­falls bessere oder günsti­gere tote Pferde, die man statt dessen reiten könnte?

Auch schon mal absteigen müssen?
2018-03-30T12:54:25+00:00